Ox & Klee

Im Zollhafen 18, 50678 Köln, Deutschland
18/20
Prestigeträchtiger Tisch

Praktische Informationen

Koch
Daniel Gottschlich
Küche
Gastronomisch | International | Vegetarier
Zusätzlicher Service
Privater Parkplatz | Privater Raum
Stil
Casual | Mit Freunden

Die Meinung von Gault&Millau 2025

Daniel Gottschlich, ohne Zweifel ein talentierter Koch, vergleicht einen Besuch in seinem Restaurant mit einem Theaterstück. Dem kann man zustimmen. Gottschlichs kulinarischer Auftritt ist schlüssig inszeniert, beinhaltet einige Showeffekte, die auch auf einem Kindergeburtstag Furore machen würden, und erfreut mit seinen Kreationen vor allem Gäste, die weniger ihren Hunger als vielmehr ihren Wissensdurst gestillt haben wollen. Geboten wird eine kulinarische Lehrstunde vom Feinsten in minimalistischen Akten mit der Gewissheit, Teil aromatischer Rätsel zu sein, die am Ende auf Lochkarten aufgelöst werden. Wer dagegen ein unkompliziertes Abendessen ohne wortreiche Erklärungen genießen möchte oder für sein Geld entsprechend handfeste Portionen erwartet, gehört nicht unbedingt zur Zielgruppe des „Experience Taste Restaurants“. Das essbare Ratespiel beginnt mit sechs verschiedenen Apéros in den Geschmacksempfindungen süß, sauer, salzig, bitter, umami und fettig. Was den Anschein eines Grußes aus der Küche erweckt, wird vom freundlichen, im tristen Schwarz gewandeten Service als erster Gang angepriesen. Der zweite ist eine Scheibe Sauerteigbrot, verziert mit einem hübschen Bildchen vom Ochsen im Klee. Dazu platziert auf einer Malerpalette sechs verschiedene farbige Buttersorten, aromatisiert mit Kalamansi und Curcuma, Marshmallow und Pimenton de la Vera, oder Lauch und Trüffel, Olive und Löwenzahn, Nori und Spirulina und brauner Butter und Crème fraîche. Phantasie ist gefragt für den „Alpenspaziergang in Österreich“, der als Hauptthema einen in Lavendelsalz gebeizten und leicht abgeflämmten Saibling hat, der in einem fermentierten Stachelbeersud liegt, dekoriert mit Miniapfelstückchen und geeistem Meerrettich, dem die Kälte leider zu viel von seiner feinen Schärfe nimmt. Dank Trockeneis erzeugt der „Köllsche“ Aufguss von „4711 Lavendelduft“ den weißen Rauch, der bereits in den Provinzdiscos der 1970er Jahre für staunende Augen sorgte und in Gottschlichs Fischgang an den morgendlichen Nebel in den Alpen erinnern soll. Um die darauffolgende Trüffelpasta von den „langweiligen Pasta-Gerichten anderer Restaurants“ zu unterscheiden, wie es der Service annoncierte, wird über die Spaghettini, die mit einem Hauch Parmesan und einer wunderbar aromatisch-würzigen Zwiebel-Trüffel-Jus angerichtet sind, großzügig Périgord-Trüffel gehobelt. Kleinteilig wird es bei Hummer und geräuchertem Aal, Mini-Teilchen im zu salzigen Sud, dazu à part geräucherter Aalschaum auf einer ebenfalls salzlastigen Hummer-Consommé mit Yuzu. Gang sechs ist ein Gag und eine Hommage an Köln. Der „Halve Hahn“ präsentiert sich als eine Consommé von „Kölner Röggelchen“, serviert mit Zwiebel, Gurke und Gouda-Schaum, der in einem Hahnenkamm versteckt ist, und einem kleinen Kölsch. Zum Hauptgang eine zarte Tranche vom Rehrücken, dazu gesmokte Tartelette mit Hirsch-Rillettes, mit Fichtennadeln aromatisierte Reh-Consommé, Quitte, schwarze Walnuss und Marone und eine Praline mit leicht gebeiztem Reh-Tatar und Pilz-Crème. Zum guten Schluss erscheint die Pâtissière am Tisch und serviert ein tiefaromatisches Ensemble aus Kochbananen, Estragon-Limetten-Sud mit eingeträufeltem Kaffee-Öl, Pashmak, einer gezogenen persischen Zuckerwatte, und fermentierten Sojabohnen. Obendrauf noch eine Mischung aus Kaffee-Eis und Kochbananen-Sorbet am Stiel. Die unpraktische Weinkarte wirkt ein wenig uninspiriert und oberflächlich zusammengestellt.

Karte

Karte — Ox & Klee © OpenMapTiles © OpenStreetMap
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Die People
  • Daniel Gottschlich
    Daniel Gottschlich Küchenchef
    Daniel Gottschlich Daniel Gottschlich Küchenchef
  • Tanja Herzig
    Tanja Herzig Serviceleiter
    Tanja Herzig Tanja Herzig Serviceleiter
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