Söl’ring Hof

Am Sandwall 1, 25980 Sylt, Deutschland
18/20
Prestigeträchtiger Tisch

Praktische Informationen

Koch
Jan-Philipp Berner
Küche
Deutsch | Gastronomisch | International | Vegan | Vegetarier
Zusätzlicher Service
| Garten | Privater Parkplatz | Terrasse | Unterkunft
Stil
| Mit Freunden | Romantisch

Die Meinung von Gault&Millau 2025

Wie kann man Geld sparen bei einem Essen im Söl'ring Hof? Nun, abgesehen davon, dass den meisten Gästen diese Frage nie in den Sinn kommen dürfte, einfach so: Nicht das jenseits der 300 Euro ohnehin schon vergleichsweise teure Menü mit den angebotenen Add-ons anreichern, vorab keinen Kaviar bestellen (der wird extra offeriert und ist wahrhaft fürstlich kalkuliert) und statt der Weinbegleitung eine der oft verblüffend günstigen Einzelflaschen wählen. Chefsommelière Bärbel Ring - die bei unserem Besuch zwar verhindert war, aber sehr gut vertreten wurde - weiß genau, was passen könnte, was den Speisen aus der Küche von Patron Jan-Philipp Berner und seinem Küchenchef Jan Fehling Raum lässt. Raum auch für Überraschungen, denn bei so manchem Gang muss man sich auf ungewohnte geschmackliche Herausforderungen einstellen. Geflügelleber, Karotte und Mirabelle sowie Rindertatar mit Kieler Sprotte waren noch im Rahmen des Üblichen (zwei der akkuraten Kleinigkeiten, die vor Beginn des eigentlichen Menüs gebracht wurden). Doch dann sorgten kraftvolle Gemüsearomen und gern mal Bitternoten für Aufmerksamkeit. Bei der krossen Jakobsmuschel spielten Rote Bete und Brunnenkresse wichtige Rollen. Der zweite Gang vereinte Marone, Bittersalate und gehobelte Périgord-Trüffel zum vielleicht besten Gang des Abends. Rotbarsch wurde durchaus ambitioniert mit Steckrübe, Grünkohl und Senf kombiniert. Fisch und Fleisch zusammenzubringen, schafft Berner übrigens wie auf Sylt allenfalls noch Holger Bodendorf. Kalbsbries mit Kaisergranat zeugte folglich von exzellenten Produkten, die beigefügten Puntarelle waren gleichwertiger dritter Partner. Brust und Keule vom Bauernhuhn mit Preiselbeeren, Knollenziest und Schwarzwurzeln führten das Prinzip fort: perfektes Fleisch, tolle Gemüse. Bucheckern, Herzkirschen und Schokolade bildeten das Dessert, das uns trotz gelungener Bucheckernsabayon nicht komplett begeisterte, denn hier waren etwas zu viele Texturen mit im Spiel, auch etwas mehr Frische hätten wir uns gewünscht. Statt des angebotenen Kaviars hatten wir ganz am Anfang übrigens Austern bestellt: je eine pur, sanft mariniert und überbacken. Auch so etwas Simples bekommt die Küche, die für alle einsehbar harmonisch und effizient zusammenarbeitet, ausgezeichnet hin. Wer nach dem Dessert immer noch nicht sparen will, bestellt noch einen der großartigen Madeiras und übernachtet gleich vor Ort. Aber auch die, die nun aufbrechen, dürften einen denkwürdigen Abend verbracht haben.

Karte

Karte — Söl’ring Hof © OpenMapTiles © OpenStreetMap
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Die People
  • Jan-Philipp Berner
    Jan-Philipp Berner Küchenchef
    Jan-Philipp Berner Jan-Philipp Berner Küchenchef
  • Bärbel Ring
    Bärbel Ring Sommelier
    Bärbel Ring Bärbel Ring Sommelier
  • Jan-Philipp Berner
    Jan-Philipp Berner Serviceleiter
    Jan-Philipp Berner Jan-Philipp Berner Serviceleiter
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