Klassenzimmer

Am Schulberg 2, 17258 Feldberger Seenlandschaft, Deutschland
16/20
Bemerkenswerter Tisch

Praktische Informationen

Koch
Daniel Schmidthaler
Küche
Gastronomisch | Lokal | Vegetarier
Zusätzlicher Service
| Privater Parkplatz | Terrasse | Unterkunft
Stil
Casual | Mit Freunden | Romantisch

Die Meinung von Gault&Millau 2025

Fährt man über die sanften Hügel der Feldberger Seenlandschaft, vorbei an tiefblauen Seen und uralten Buchenwäldern, können den neugierigen Esser schnell Fäviken-Fantasien befallen. Ganz so im Nirgendwo wie das legendäre nordschwedische Restaurant ist das „Klassenzimmer“ zwar nicht, aber doch ziemlich abgelegen. Diese mecklenburgische Abgeschiedenheit prägt auch Daniel Schmidthalers Küche. Der gebürtige Oberösterreicher kocht mit dem, was er hier bekommt. Was meist heißt: genau von hier. Und das Ergebnis ist intuitiver und spontaner als in den vielen Restaurants, die ihre Menüs auf Monate hinaus bis aufs letzte Microgreen vorplanen. Im Klassenzimmer, in einer hübschen alten Backsteinschule auf einem Hügel neben der Dorfkirche, fängt es schon mal so an, dass man gar keine Menükarte bekommt. Weil: Ändert sich ja dauernd, womit die Küche arbeiten kann. Vorneweg gibt es eine schöne Brotzeit – mit Kartoffelbrot, Fichtensprossenbutter und hinreißendem geräuchertem Lammbauch-Aufschnitt und einem Lammtee mit Liebstöckel – die Herde, sie gehört dem Hausmeister, grast in Sichtweite. Die österreichischen Wurzeln Schmidthalers zeigt der originelle Start: ein zart confierter Saibling auf Spaghettikürbis mit Kürbiskernöl und gerösteten Kürbiskernen. Obendrauf eingelegte Scheibchen Kürbis und knusprig ausgebackene Fischhaut. Dazu eine feinsäuerliche Sauce aus Molke. Fein. Typisch Schmidthaler ist, dass er auch mal mit etwas total Untypischem um die Ecke kommt. Gerne wäre man dabei gewesen, wie sich das Team den Tomatengang ausgedacht hat. Der besteht aus einer satten Scheibe der fleischigen Ananastomate, einem leicht geräucherten, umamisatten Tomatentatar, obendrauf Kartoffelstroh und dazu Nussbutter – vor allem aber: Rumrosinen, als wär das hier ein Kaiserschmarrn. Doch die schnapsige Süße stützte die Fruchtigkeit der Tomate und kontrastierte die rauchige Note des Tatars. Schon für solche Ideen lohnt sich die Anfahrt über die vielen mecklenburgischen Buckelpisten. Noch so ein schräger Einfall: Die Dörrpflaumencreme mit Jalapeño sauer-scharf zu würzen, die den sehr kurzgebratenen Stör mit allerlei von der Roten Bete und Fenchelsalat begleitet. Vergleichsweise konventionell der Hauptgang: eine Wachtelbrust und Praline von der Keule mit Kräutermantel, dazu ein Pilztatar in einer Kohlrabiroulade. Die begleitende Nocke säuerliches Pilzmiso, das sie hier selbst ansetzen, hätte man wohl auch gleich in den Jus geben können. Das schöne Dessert – ein Deichkäseschmand-Parfait mit Blaubeersorbet und Apfelsauce – wurde noch getoppt von der herrlichen Marillenbuchtel mit Kräutersorbet zum Kaffee. Die Weinkarte ist ein interessanter Mix aus klassisch an- und ausgebauten Weinen und Naturweinen, viel aus Österreich und Deutschland, alles zu vernünftigen Preisen. Übernachten kann man in den Gästezimmern im ersten Stock, heiraten in der Kirche nebenan.

Karte

Karte — Klassenzimmer © OpenMapTiles © OpenStreetMap
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Öffnungszeiten

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Die People
  • Daniel Schmidthaler
    Daniel Schmidthaler Küchenchef
    Daniel Schmidthaler Daniel Schmidthaler Küchenchef
  • Nicole Schmidthaler
    Nicole Schmidthaler Serviceleiter
    Nicole Schmidthaler Nicole Schmidthaler Serviceleiter
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