KOMU

Hackenstraße 4, 80331 München, Deutschland
16/20
Bemerkenswerter Tisch

Praktische Informationen

Koch
Christoph Kunz
Küche
europäisch | Gastronomisch | International | Vegetarier
Zusätzlicher Service
Privater Raum
Stil
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Die Meinung von Gault&Millau 2025

Eingeklemmt zwischen einem vegetarischen Restaurant und einer veganen Patisserie kommen auch Christoph Kunz und sein Team nicht umhin, dem Megatrend der Nachhaltigkeit zu huldigen. Dieses Bemühen spiegelt sich schon im mit viel ökologisch wertvollem Holz ausgestatteten Gastraum und der mittlerweile allgemein üblichen, auch betriebswirtschaftlich vorteilhaften Abwesenheit von Tischdecken selbst in der Luxusgastronomie wider. „Komu“ ist übrigens ein Kunstname, der in die Irre führt, weil viele Gäste meinen, es handele sich hier um einen Asiaten. Zwar sind bei Kunz allerlei internationale Einflüsse unübersehbar, doch Basis seiner Kochkunst ist die europäische Klassik. Bei unserem Besuch gab es unter anderem Rochen, der oft als unerwünschter Beifang in den Fischernetzen und danach immer öfter in Gourmetmenüs landet. Das Fleisch war schön fest und saftig, doch etwas fad, was der mit Muschelsud und Verbene aufgepeppten und Kaviar angereicherten Beurre blanc einen effektvollen Auftritt bescherte. Beim mutig als „Alte Kuh“ annoncierten Fleischgang wurden wir mit der butterzarten Tranche einer sieben Jahre alten, ausgedienten Milchkuh konfrontiert. Zwar wäre es für die Klimabilanz noch besser gewesen, wenn das Tier nicht aus Galicien, sondern aus München-Gauting gestammt hätte, doch irgendwie muss der Menüpreis ja gerechtfertigt werden, wenn man eigentlich kostengünstiges Fleisch serviert, das in diesem Fall von einem simplen Jus und knackigem, mit Fleischragout und Lauch gefüllten Kai-lan („chinesischer Brokkoli“) begleitet wurde. Vor allem bei den Desserts ließ die Küche ihrer Kreativität freien Lauf: Der karamellisierte Blumenkohl zum Salzzitroneneis schmeckte apart, während beim zweiten Dessert dezent schmeckender Pfirsich einer massiven Curryattacke die Stirn bieten musste. Warum sich heute immer mehr Patissiers offenbar weigern, Zucker zu verwenden, wäre zu hinterfragen. Die Weinkarte ist für ein Restaurant dieser Klasse unspektakulär. Ach ja, nicht vergessen sollte man ein äußerst ungewöhnliches Amuse-Bouche: Popcornschaum mit Kaviartopping. Wir vergewisserten uns: Nein, wir saßen nicht im Wiesn-Zelt von Feinkost Käfer. Und wenn wir schon dabei sind: Ob Schnitzeltage die Spitzengastronomie retten können, wird vielerorts gerade erprobt. Die Zitrone auf der Panade aber durch Kaviar zu servieren, ist ganz gewiss keine Lösung, die überdauern wird – sondern einfach nur Chichi.

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Karte — KOMU © OpenMapTiles © OpenStreetMap
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