Meierei Dirk Luther

Uferstraße 1, 24960 Glücksburg (Ostsee), Deutschland
18/20
Prestigeträchtiger Tisch

Praktische Informationen

Koch
Dirk Luther
Küche
Französisch | Gastronomisch | Lokal | Meeresfrüchte
Zusätzlicher Service
| Privater Parkplatz | Terrasse | Unterkunft
Stil
| | Mit Familie | Romantisch

Die Meinung von Gault&Millau 2025

Drüben, hinter der Flensburger Förde, liegt schon Dänemark – nah genug, um Genussfreude und Kaufkraft an den Nordrand der Republik zu bringen. Fern genug, um die fast insulare Abgeschiedenheit des Luxushotels Alter Meierhof nicht zu stören. Man gewöhnt sich schnell daran, dass vor den Fenstern seines Gourmetrestaurants schon mal Gäste im Bademantel vorbeischlappen. Ein köstlicher Kontrast zum tollen, zugewandten Service, der hier noch Anzug trägt. Dirk Luther hat diesen entlegenen Winkel zum besten Restaurant von Schleswig-Holstein gemacht; und offenbar kommt es ihm sehr entgegen, dass er hier keine Trends setzen, keine Show inszenieren muss. Seine französisch geprägte Küche ist wunderbar zeitlos. Und wenn man ihn fragt, ob er selbst noch an einem Posten steht, dann schaut er so verwundert, als dächte er: Wo denn sonst? Was als Erstes auffällt, ist tiefes Feingefühl bei den vermeintlichen Standards: die Apfelvinaigrette auf der pochierten Auster – keine Spur zu sauer. Die Sherry-Espuma auf dem Kalbskopfragoût mit gestocktem Eigelb – tatsächlich nur eine weinige Wolke. Und das sind erst die kleineren der diversen Küchengrüße. Luther gewinnt selbst einer Zutat wie dem Queller Finesse ab. Den gab es hier als sahnige Sauce zur Scheibe von der Jakobsmuschel, großzügig belegt mit pochierten Austern und Kaviar. Oder die derb klingende Verbindung von Chorizo und Brunnenkresse: als Ragoût und Schaum überraschend passende Begleiter eines exakt gebackenen Herzbries vom Kalb. Ein ausgesprochener Regionalist ist der gebürtige Hamburger nicht. Doch nutzt er seine Kontakte nach Dänemark, um erstklassiges Seafood anbieten zu können. Sensationell war der immens große, nur glasig gebratene Kaisergranat mit einem wiederum sehr zarten „Tom Kha“ von Kokosmilch und Zitronengras. An die Stelle der Chili setzte die Küche ein rauchiges Chutney von der Paprika. Ohne Saucen serviert man hier im Grunde nur die Suppen. Auf den meisten Tellern bilden sie, oft als Duo, das geschmackliche Zentrum. Und das wird nie langweilig, weil Dirk Luther aus einem gewaltigen Repertoire schöpft: eine frühlingshafte Holunder-Beurre-blanc zum Steinbutt mit grünem Spargel und marinierten Stachelbeeren. Zum Kabeljau ein herbstlich „überreifer“ Schaum vom Vin Jaune, sehr stimmig angereichert mit Haselnusscreme. Eine große Ruhe geht von dieser Küche aus. Man verlässt die Meierei mit dem Gefühl, dass man gerne jeden Tag so essen würde – und mit einem Geschmack auf der Zunge. Bei uns war es der von Walderdbeeren aus dem Hauptdessert. Eine vermeintlich simple Verbindung der Früchte mit weißer Schokolade, aber so intensiv, dass man es nach einer halben Stunde noch spürte. Kurz nach unserem Besuch hat der Alte Meierhof für eine größere Renovierung geschlossen. Im Frühjahr 2025 soll es weitergehen.

Karte

Karte — Meierei Dirk Luther © OpenMapTiles © OpenStreetMap
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Öffnungszeiten

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Die People
  • Dirk Luther
    Dirk Luther Küchenchef
    Dirk Luther Dirk Luther Küchenchef
  • Martin Kammann
    Martin Kammann Sommelier
    Martin Kammann Martin Kammann Sommelier
  • Martin Kammann
    Martin Kammann Serviceleiter
    Martin Kammann Martin Kammann Serviceleiter
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